Der Fasnachtsball 2011 in der Presse
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Gruselig: Das ist die Monsterparty
aus der Lindauer Zeitung vom 31.01.2011
Bei der Mitternacht im Spukschloss treiben sich unheimliche Gestalten im Lindaupark herum
Von Susi Donner
Es ist Geisterstunde. Drei Gespensterreiter – auf Neudeutsch Ghostrider – galoppieren in den Lindaupark. Tamer, Ümit und Alex zügeln ihre Reit-Gespenster und beginnen inmitten der tanzenden Vampire und sexy Vamps, heißen Hexen und gruseligen Geistern, Spinnen und Zombies, Fledermäusen, Frankensteins Monstern, Dämonen und Werwölfen mit dem zügellosen Nachtleben der Wesen aus dem Schattenreich.
Dabei sehen gerade die Ghostrider alles andere als gruselig aus. Die drei reiten auf fröhlich lächelnden kleinen Geistern durch das Partyvolk und lachen charmant mit ihnen um die Wette. Das zieht natürlich bei der Damenwelt im Spukschloss. So haben die drei eigentlich immer irgendein weibliches Gruselwesen zwischen ihren Geisterpatschhändchen und schwingen es über die Tanzflächen.
Mit dem Aufzug oder über die Treppen wogen die Gruselschocker und Bestien von Stockwerk zu Stockwerk, denn überall ist etwas anderes geboten und wer viel sehen und Leute treffen will, der ist unterwegs. Regina und Shqipe sind als Geist und schwarze (tote) Braut unterwegs. Ihre schwarze (tote) Brautjungfer haben sie im Gewühl verloren. Ist auch kein Wunder, denn es ist ganz schön dunkel im Spukschloss Lindaupark, und schwarz auf schwarz ist schwer auszumachen.
Die Stimmung ist heiß, und wer sich die geheimnisvollen, mystischen Wesen der Nachtwelt, die hier zusammengekommen sind, genauer anschaut, sieht, mit wie viel Fantasie sie ihre Kostüme ausgewählt haben, und so manch einem von ihnen möchte man lieber nicht nachts irgendwo auf der Straße begegnen. Auch wenn sie im wirklichen Leben hübsche Mädels sind: Margit und Karin sind als Zombies unterwegs und wirken mit ihren blutenden Gesichtern wahrlich gruselig. Wer nicht aufpasst, dem passiert es, dass er plötzlich mitten in einem ganzen Nest aus krabbelnden Spinnen steht.
Neun Freundinnen aus Lindau und Umgebung haben sich ins gleiche Kostüm geworfen und wuseln jetzt über die Tanzflächen – allerdings sind sie so hübsch anzuschauen, dass sich vor allem die männlichen Geisterwesen gern von ihnen einwickeln lassen.
Falls irgendwo eine Kirchenglocke zur Geisterstunde geschlagen hätte, niemand hätte sie hören können. Denn im ersten Stock des Einkaufscenters – hier legt ein DJ auf – tobt bestimmt gerade eine Horde wildgewordener Hexenmusiker aus Schönau. Oder die Lumpenkapelle Westallgäu rockt mit ihrem mitreißendem, rhythmusgeladenem Sound ab.
Vor den Bühnen im Erdgeschoss (hier fetzen die Hottubes) und im Obergeschoss (da sorgen die Kau-Boyz für Stimmung) wogt eine Menge origineller, schrecklich-schöner, fantasievoller Schreckgestalten und tanzt für Untote ausgesprochen lebendig und unermüdlich wie der Lump am Stecken. Es sind praktisch kaum langweilige Zivilisten dazwischen auszumachen. Das lustvolle und großartige Fasnachtstreiben brodelt dicht an dicht. Durchkommen ist schwierig, umfallen noch schwieriger. Im Laufe des Abends heizen weitere Fanfarenzüge, Schalmeien, Tanzgruppen und Lumpenkapellen ein und sorgen mit ihren Farben und Klängen für pure Fasnachtsstimmung voller Rhythmus. Wer Durst oder Hunger hat, wird bestens versorgt, denn auf jedem Stockwerk sorgen Bars der Narrenzunft und einige Gastronomen des Lindauparks für die nötige Stärkung zwischendurch.
Zu später – oder besser früher Stunde – wirken viele der Monstergestalten noch gruseliger. Die Schminke verschmiert, die Augen rot geädert vor Müdigkeit, die Bewegungen wie in Zeitlupe – jetzt wird es Zeit heimzugehen. Diese besondere Geisterstunde im Lindaupark dauerte sieben Stunden lang. Sieben Stunden, die so schnell verfliegen, wie der Flügelschlag einer Fledermaus ...
Nachgefragt: Interview mit Tanja Cleves
aus der Lindauer Zeitung vom 31.01.2011
Es ist drei Uhr morgens. Im Lindaupark wartet Arbeit. Die Leute der Narrenzunft Lindau, die den Fasnachtsball „Mitternacht im Spukschloss“ veranstaltet haben, beginnen mit Aufräumarbeiten. Tanja Cleves, völlig erschöpfte Zunftkanzellarin, zieht mit Susi Donner ein erstes Resümee.
LZ: Der Fasnachtsball der Narrenzunft war seit langem ausverkauft. Das heißt, dass rund 1200 Leute im Lindaupark Party gefeiert haben. Wie verlief der Ball aus Ihrer Sicht?
Tanja Cleves: Alles, was ich momentan sagen kann ist, dass unser Fasnachtsball absolut super verlaufen ist. Es gab keine besonderen Zwischenfälle. Die Stimmung war der Hammer. Ich habe bisher nur positive Reaktionen bekommen. Alles hat geklappt. Alle sind zufrieden. Alle hatten Spaß.
LZ: Und wie zufrieden ist die Narrenzunft mit den vielen Besuchern?
Cleves: Die waren super. Haben sich wieder total schön verkleidet, sich mit ihren fantasievollen Kostümen richtig viel Mühe gegeben. Ich glaube, dass das Thema Spukschloss sehr gut ankam und momentan auch voll im Trend liegt.
LZ: Was zeichnet den Lindaupark als Party-Location aus?
Cleves: Zum einen seine Weitläufigkeit. So viel Platz hätten wir sonst nirgends. Und dann die drei Party-Ebenen. Durch die drei Stockwerke, auf denen wir feiern dürfen, kommt viel Dynamik ins Partyvolk, weil überall etwas anderes geboten ist. Es ist wirklich für jeden Geschmack und für jedes Alter etwas dabei.
LZ: Für einen Verein ist so eine Megaparty eine ganz schöne Herausforderung...
Cleves: ...das ist es sicher, und wenn wir nicht so ein gutes Team wären, würden wir das nicht schaffen. Über hundert Narrenzünftler helfen mit, und sie haben in den vergangenen Tagen beinahe Übermenschliches geleistet. Es sind ja nicht nur die Vorbereitungen, sondern vor allem auch der knappe Zeitrahmen von Ladenschluss bis Ballbeginn. Da muss jeder Handgriff sitzen, damit wir rechtzeitig fertig werden. Während des Balls sind wir voll im Einsatz, und jetzt beginnen wir schon mit dem Aufräumen. Am Sonntag um zehn geht’s damit weiter, damit am Montag zu Geschäftsbeginn der Lindaupark wieder picobello ist.







