Der Fasnachtsball 2010 in der Presse
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Gezinkte Karten und jede Menge Spaß
aus der Lindauer Zeitung vom 25.01.2010
Die Fehde zwischen Cowboys und Indianern ist endlich beigelegt – beim Fasnachtsball der Narrenzunft Lindau „High Noon im Saloon“ feierten 1400 von ihnen in friedlicher Co-Existenz eine wahrhaft rauschende friedliche Ballnacht, die bis in die frühen Morgenstunden dauerte – ohne Schnapsleichen, dafür mit gigantisch guter Laune.
Von unserer Mitarbeiterin Susi Donner
Die Narrenzunft Lindau hat den Lindaupark in vielen Stunden in eine perfekte Wildwestkulisse verwandelt. Und das närrische Volk, das die Einladung zur Megaparty angenommen hat, bedankt sich für die Mühe mit fantasievollen Kostümen und guter Laune.
Da ist Schamanin N'Annouk (Anni Weh), eine Rothaut, die sich Omas Fuchs um die Stirn gewunden hat und, weil sie nur Teufels- oder Kuhhörner fand, kurzerhand zwei Grabvasen als Medizinfrauenhörner genommen hat. Unvermittelt taucht sie den ganzen Abend irgendwo aufund beschwört die Geister, die für gutes Gelingen der Party sorgen sollen – mit Erfolg.
Oder der Sioux-Indianer Matoshka-Weißer-Bär-Manfred, der freundlich lächelnd da sitzt und zu jedem Cowboy „Hau kola“ sagt, das ist Lakota und bedeutet: „Hallo Freund!“
Er hat sich am Samstagmorgen extra seinen geliebten Bart abrasiert, weil ein Sioux mit Schnauzer nicht glaubwürdig sei. Cowboy Roman aus Weißensberg ist den ganzen Abend Rodeo-Reiter und packt seinen kritisch dreinschauenden Stier bei den Hörnern, während die Asse Karo-Birgit, Pik-Anja, Herz-Elke, Kreuz-Martina und Joker-Joachim als gezinkte Karten den Pokertisch verlassen haben.
Bei ihrem wöchentlichen Weiberabend haben sie überlegt, wie sie das Motto „High Noon im Saloon“, dass die Narrenzunft ausgegeben hat, umsetzen sollen. „Und weil doch im Wilden Westen viel gepokert wird, haben wir uns entschlossen, als gezinkte Karten zu gehen“, erklären die vier As-Damen. Beim folgenden Weiberabend haben sie ihre Kostüme gebastelt, und, weil ein Joker eine nette Sache ist, Joachim dazu eingeladen, diesen zu spielen.
Beinahe von Beginn an ist auf den drei Stockwerken des Einkaufszentrums die Hölle los – im positivsten Sinne des Wortes. Die Narrenzünftler freuen sich, dass so gut wie alle Besucher maskiert und dass die Partygäste so fröhlich-freundlich-gut-gelaunt sind. Was auffällt ist, dass sie nicht mehr hektisch von Stockwerk zu Stockwerk wechseln. „In anderen Jahren habe ich oft versucht, jede dertollen Aufführung anzuschauen. Heuer habe ich mir gedacht, dass ich nicht mehr überall hinrennen muss. Das macht mich viel zufriedener und nimmt mir Stress“, sagt eine Indianer-Squaw. Symbolische Friedenspfeife
Zwei, die sich besonders freuen, dass sie auf dem Ball sind: Inge und Thomas Herzig. Die beiden schmückten das INFO-Titelbild der vergangenen Woche, ein Archivbild aus 2009. Und sie wollten gern auf die Party. Aber die war längst ausverkauft – alle 1400 Karten waren bereits Mitte der Woche vergeben. Unverzagt und hoffnungsvoll machen sie sich trotzdem auf den Weg. Als Cowboy und Indianer. Die INFO-Wochenzeitung unter den Arm geklemmt.
Ein freundlicher Herr am Einlass kann ihren traurigen Augen und ihrem Argument, dass sie doch mitfeiern müssen, wenn sie schon für die Veranstaltung Werbung machen, nicht widerstehen. Er lässt sie rein. Danke, freundlicher Herr. Das war ein netter Zug – eine symbolische Friedenspfeife.
Dass die Zunftmitglieder sowie Freunde und Familie der Narrenzunft – rund hundert Leute sind für den Ball aktiv - gewaltig buckeln, damit die Gäste zufrieden feiern können, ist klar. „Ihnen will ich von Herzen danken für ihre tolle Arbeit über all die Jahre hinweg“, sagt Zunftmeister Udo Falge. „Ohne ihr Engagement und ihre Freude an der Sache, würde das alles nicht gehen. Es sind viele hundert Stunden ehrenamtliche Arbeit notwendig, um den Ball zu stemmen.“ Außerdem freut er sich, dass die Lindauer den Ball für sich entdeckt haben. „Er scheint das zu treffen, was die Leute wollen. Drei Generationen, Leute von 18 bis 70 haben zusammen gefeiert und auf drei Stockwerken getanzt. High Noon im Saloon lief wirklich super. Die Stimmung war bombastisch.“
Eine Frage an... Jürgen Rockstroh, Centermanager des Lindauparks
aus der Lindauer Zeitung vom 25.01.2010
Am Samstag haben 1400 Besucher bis in die frühen Morgenstunden Party gefeiert. Auch Sie waren als Sheriff dabei. Wie schaut der Lindaupark nach dieser Partynacht aus?
Jürgen Rockstroh: Ich stehe gerade mit vielen Mitgliedern der Narrenzunft im Lindaupark. Die Hütte steht noch, es gab keine Schäden und das ist nach so einer großen Veranstaltung mit 1400 Besuchern keine Selbstverständlichkeit. Er schaut im Moment zwar noch aus wie ein Schlachtfeld, aber wir haben schon mit den Aufräumarbeiten begonnen, damit das Einkaufszentrum am Montag wieder ordentlich und sauber ist. Die Party lief super. Wir haben nur positives Feedback von Besuchern. Was uns allen gut gefällt: Es gab keine Schnapsleichen. Alles verlief friedlich, ruhig und geordnet. Anscheinend ist es wirklich möglich, auch ohne alkoholbedingte Ausfälle ausgelassen zu feiern. Die Zusammenarbeit mit der Narrenzunft, mit der Security und dem Lindaupark lief hervorragend. Und weil nach der Party vor der Party ist, reden wir schon vom Ball 2011.
High-Noon im Saloon
Zunftkanzellarin Tanja Cleves im Interview mit den Lindaupark-News
„Yippie-Yeaaaah und Howdie!“ - die Narrenzunft Lindau und der Lindaupark haben nachgeladen, die Pferde gesattelt, blasen zum Angriff auf die fünfte Jahreszeit und freuen sich, alle närrischen Fasnachtsfans ab 18 Jahre bereits zum fünften Mal zur Fasnachtsparty in den Lindaupark zu bitten. Dieses mal mit gezücktem Revolver; denn es wird eine wilde, wilde Wildwest-Fasnachtsparty gefeiert. Was alles abgeht, darüber hat Lindaupark News mit Tanja Cleves, der Zunftkanzellarin der Narrenzuft gesprochen.
LPN: Howdie, Tanja! Sag mal, wie seid ihr denn auf die Idee gekommen, eine Cowboy- und Indianerparty zu veranstalten?
Tanja Cleves: Wir suchen jedes Jahr nach einem Motto, zu dem die Ver-kleidung nicht schwer ist und trotzdem jeder, der mag, kreativ sein kann. Denn ob jemand in Jeans, Holzfällerhemd und Cowboyhut kommt oder sich als Kaktus verkleidet – es passt immer. Und mal ehrlich: jeder hat als Kind doch davon geträumt, Indianer oder Sheriff zu sein.
LPN: Aber ihr freut euch natürlich auf viele fantasievolle Verkleidungen?
Tanja: Klar. Aus Erfahrung wissen wir, wie kreativ die Besucher des Fasnachtsballs im Lindaupark sind. Sie überraschen und begeistern uns jedes Jahr aufs Neue. Natürlich wird es viele Cowboys und Saloon-Damen geben. Aber ich bin mir sicher, dass auch die Daltons auftauchen werden oder Lucky Luke, und ganz sicher werden Winnetou und Old Shatterhand durch den Lindaupark galoppieren oder die Cartwrights von Bonanza.
LPN: Wie verwandelt ihr denn das Einkaufscenter in den Wilden Westen?
Tanja: An dieser Aufgabe arbeitet die Narrenzunft bereits fleißig. Ein großes Saloon-Tor, Flaggen, Banner, Kakteen, Marterpfähle, Tipis und vieles mehr sind in Arbeit. Der Lindaupark wird sehr stil- und stimmungsvoll auf den Wilden Westen vorbereitet.
LPN: Eine eurer legendären Spezialitäten sind eure ausgefallenen Bars. Was habt ihr euch dieses Mal ausgedacht?
Tanja: Unser Bar-Team denkt sich kreative, geheimnisvolle und extravagante Cocktails mit und ohne Feuerwasser aus. Es gibt auf alle Fälle wieder Caipi und die leckere alkoholfreie Variante: Ipanema. Im Wintergarten im Dachgeschoss bauen wir eine spezielle Sekt- und Cocktailbar, die als Gefängnis getarnt ist. Der Sheriff passt dort höchstpersönlich auf. Im Obergeschoss werden Indianer ihr Feuerwasser anbieten und im Erdgeschoss steht eine typische Saloon-Bar mit Goldgräbermine.
LPN: Wird denn im ganzen Lindaupark gefeiert?
Tanja: Auf drei Stockwerken im Lindaupark sind verschiedene Geschwindigkeiten angesagt: Gestreckter Galopp, Galopp und Trab im Wechsel. Im Dachgeschoss spielen die KAU-boyz, die Partyband mit Musikern aus der Bodenseeregion, die schon bei der Space-Night 2009 ganz toll für Stimmung bei jeder Altersklasse sorgten. Im Obergeschoss legen die berühmt-berüchtigten DJs der Narrenzunft auf und im Erdgeschoss spielt die Cover-Band „Till the End“. Die sind total rockig und passen gut zu den Goldgräbern.
LPN: Wo stillen die Indianer und die Cowboys ihren Hunger?
Tanja: Die Lindaupark-Gastronomie ist natürlich wichtiger Bestandteil der Party und sie wird sich tolle, schnelle und kleine Snacks einfallen lassen.
LPN: Ihr stemmt diese große Veranstaltung als Verein. Wie viele Narren mischen für die Party mit?
Tanja: Wir haben verschiedene Teams gebildet, für Organisation, Deko, Bar, Show und Moderation, Technik und Security. Es sind insgesamt 40 bis 50 Leute mit den Vorbereitungen beschäftigt. Bei der Party sind dann etwa 150 von uns im Einsatz, auch nicht sichtbar im Hintergrund, wie beispielsweise die Laufnarren, die Backstage alle fleißigen Helfer mit Getränken und Essen versorgen und bei denen man auch mal verschnaufen kann.
LPN: Mit wie vielen Besuchern rechnet ihr?
Tanja: In den letzten Jahren waren es immer um die 1400. Mehr geht aus Service- und Sicherheitsgründen nicht. Das ist für uns die Obergrenze.
LPN: Kannst du schon etwas über das Programm sagen?
Tanja: Ja, das meiste steht schon fest. Pro Stockwerk sind 3 bis 4 Einlagen geplant. Es kommen verschiedene Fanfarenzüge aus der Region, die Schönauer Hexenmusik besucht uns, sowie Schallmeien und Lumpenkapellen. Es gibt Aufführungen der Narrenzunft-Tanzgruppe und der Tanzgruppe „Danceaddiction“ vom Active Sportpark. Und – und das freut uns natürlich besonders: Die Lindauer Line-Dancer „Desperados“ treten auf.
LPN: Eintritt zur Party ist strikt ab 18, stimmt das?
Tanja: Ja genau. Wir wollen unbedingt vermeiden, dass die Jugend sich Alkohol reinzieht. Sind sie erst mal drin, haben wir kaum noch Kontrollmöglichkeiten. Wir wollen die Jugendlichen nicht aussperren. Es ist der reine Fürsorgegedanke ihnen gegenüber. Wenn auch viele denken, dass Fasnachtszunft und Alkohol zusammen gehören: Wir im Verein haben der Jugend gegenüber ein hohes und intensives Verantwortungsbewusstsein. Mein Wunsch ist, dass ich nachts um zwei durch die Party gehen und mich freuen kann, dass nicht an jeder Ecke eine Alkoholleiche rumhängt. Wir wissen, dass das Publikum im Lindaupark toll ist – alle Altersgruppen sind vertreten – aber eben erst ab 18. Also, an alle närrischen Fasnachtsfans und Freunde des wilden Wilden Westen: Die Pferde gesattelt und schnurstracks in den Lindaupark galoppiert!
Quelle: Lindaupark Online-News







